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Das große Ebro Abenteuer
von Stefan & Max Istas

Was gibt es Schöneres als mit dem eigenen Sohn ein Abenteuer der Extraklasse erleben zu dürfen?
RICHTIG!!! NICHTS!!!

Für mich und Max sollte es zum grossen Ebro nach Spanien gehen, 13 Tage standen auf dem Plan. Das Auto wurde 4 Stunden sorgfältig gepackt und dann ging es 1.500 Kilometer gen Süden.
14 Stunden dauerte die Autofahrt, es war herrlich anzuschauen wie sich die Landschaft immer mehr ins Mediterrane verwandelte und die Temperatur mit jedem gewonnenen Kilometer anstieg.
Ein imposanter Zeitzeuge aus dem römischen Reich erstreckte sich 215 Meter lang und 27 Meter hoch über ein Tal. Schnell wird klar, welchen Stellenwert das Frischwasser schon damals hatte.

Was Ihr hier seht, ist keine Brücke sondern eine Wasserleitung.
Das Aquädukt de les Ferreres auch “Brücke des Teufels” genannt, ist über 2.000 Jahre alt.

Dann lag er plötzlich vor uns, in seiner vollen Pracht

Eine wunderschön gelegene Bucht, sollte unsere erster Platz sein

In den ersten 2 Tagen wurden wir mit heftigem Wind konfrontiert.
Ich konnte die Ruten nur in der schmalen Bucht fischen.

Von Fischen weit und breit nichts zu sehen, auch kein Aufstieg. Die Entscheidung war schnell gefallen „MOVEN“! Der Wind lies endlich nach, so suchten wir eine Stelle ausserhalb der Bucht, um möglichst hindernisfrei fischen zu können.

Für meinen Sohn Max war klar, hier sind wir richtig 🙂

Was IHN anbelangt, so hatte er recht! Mit seinen Händen fing Max massenweise Flusskrebse und hatte einen mega Spaß!

2 weitere Tage verstrichen, doch auch hier ohne einen Fischkontakt. Was war hier bloß los?

Wir packten erneut unser Zeug zusammen und machten uns auf die Suche nach den Karpfen. Wir entschieden uns wieder für eine Bucht. Allerdings konnten wir hier auch ausserhalb der Bucht fischen. Schon während des Aufbaus, sprangen die Karpfen minütlich aus dem Wasser. Ich befürchtete das Schlimmste und sollte Recht behalten. Sämtliche Karpfen im Ebro befanden sich mitten in der Laichzeit.

4 Nächte lang warteten wir nun schon auf einen Biss. Mir war klar, hier hilft nur ganz wenig Futter und perfekte Fallenstellerei um überhaupt einen Fisch zu überlisten.

Trotz sehr kurzer Wurfdistanz (max. 25 Meter) entschied ich mich für die High-Pod Variante, mit dem Amiaud Combi Carpo gar kein Problem. Grund waren die vielen Hindernisse und Krautfelder in 10 Meter Entfernung. Meine Schnur glitt locker darüber hinweg.

Den ersten Fisch fing allerdings Max auf seine Köderfischrute.
Ein prachtvoller Sonnenbarsch hing am Haken.

Hier am Platz war richtig was los, große Schwarzbarsche während der Brutpflege beobachten zu können war auch für mich völlig neu und sehr interessant.

1 Meter lange Würfelnattern auf der Jagd nach Schleimfischen zu fotografieren ebenso

Unser Camp zum dritten mal in 5 Tagen neu errichtet.
Doch hier sollten/wollten wir nun bleiben, komme was wolle!

Es wurde heißer und heißer, 34 Grad, die fünfte Nacht brach herein und dann endlich:
Der erlösende Dauerton!

Der erste „Wilde“ fest in meinen Händen

Die Wildkarpfen am Ebro sind so unfassbar starke Kämpfer, fast jeder Fisch zwischen 15 und 40 Pfund drückt dir dein Handteil so heftig in die Magengrube dass es weh tut!

In der sechsten Nacht erlebte ich dann folgendes:
Gegen Mitternacht stand ich direkt vor dem Rod-Pod, plötzlich bog sich eine der Ruten so krass nach unten, dass ich dachte gleich bricht sie.
Erst als der Fisch die Rute fast zum brechen brachte, gab die Bremse nach. Ich war bereits mitten im Drill, als der Fisch eine zweite noch heftigere Flucht hinlegte…

Schnell kommt einem der Gedanke „WELS“, doch Nein!!!
Ich rede hier über einen 18,6 Kilo schweren Ebrokarpfen

Die Nacht war noch lange nicht vorbei, ein weiterer Biss riss mich aus dem Tiefschlaf!
Nun waren sie DAAAAAAAA!

Auf dem Weg zum Pod kein Dauerton mehr, ich traute meinen Augen nicht. Die Rute war weg!!!
Einfach vom Pod gerissen und WEG!!!!
Sofort holte ich eine andere Rute rein, in der Hoffnung mit dieser dann die verlorene Rute zu erhaschen.

Es gelang direkt beim ersten Versuch, doch was war DAS???
Nur das Spitzenteil??? Dann wieder Hauptschnur und jetzt endlich auch das Handteil mit Rolle.

Ich ging eigentlich davon aus, dass der Fisch die Rute zerbrochen hatte, doch das hätte ich hören müssen. Letzten Endes hat er so eine Flucht hingelegt, dass er das Spitzenteil wie ein Angler beim einpacken vom Handteil trennte. Das Irre dabei ist, der Fisch kann ja nur in eine Richtung ziehen. Meine Erklärung dafür ist der doch sehr dicke Schlagschnurknoten, der den nötigen Widerstand geboten hatte um die Rute auseinander zu reißen.

Der Fisch war übrigens ausgeschlitzt. Wels ist zu 99 % ausgeschlossen! Erstens bissen diese ganz schlecht zu dieser Zeit und zweitens wäre er nicht geschlitzt und meine Rute nun auf 20 Metern Tiefe.

Also von nun an EXPANDER!
RUTEN SICHERN und einfach nur hoffen, dass die Expander den Druck der „Ebrozüge“ aushalten. Nachahmung unbedingt empfohlen! Den Expander zu lösen geht sehr schnell und einfach mit einer freien Hand.

Am siebten Tag machten wir uns auf die Jagd nach Zandern. Die Karpfen hingen voll im Laichgeschäft, wenn überhaupt mit einem Karpfenbiss zu rechnen war, dann in der Nacht. Also raus auf den Ebro Stachelritter jagen.

Das Wahrzeichen
Der versunkene Kirchturm ist wohl den meisten Ebroanglern bekannt

Max warf seinen Gummifisch aus und garantierte mir vorher einen Zander, kurz zuvor hatte ich einen ca. 12 Pfund Zander vorm Boot verloren.

In den Steilwänden hockten die Gänsegeier, eine unglaubliche Landschaft bot sich uns

In der Abenddämmerung ein weiterer Zander

Die achte Nacht brach herein
Aufgrund der laichenden Karpfen machten wir uns kaum Hoffnung auf viele Bisse. Doch diese Nacht war anders 🙂 schon um 23 Uhr der erste Lauf! Es war mir unmöglich diesen Fisch zu halten, eine einzige MEGA Flucht und ZACK – ausgeschlitzt!

So ging es in dieser Nacht ganze 4 Mal. Ich hatte das erste Mal mehr als 2 Läufe und dann schlitzt mir jeder Fisch auf Grund seiner völlig unkontrollierten Fluchten aus. Gegen die Aussteiger war ich allerdings machtlos, doch es kam noch bitterer! Dann verlor ich auch noch weitere Fische die immer wieder das Vorfach zerissen!

Ich bastelte mir ein spezielles ISTAS RIG
Ca. 15 cm 80er verbunden mit 4 cm 50er SHOCK IT in Verbindung mit dem Carp’R’Us Cranked Hook.

Mit diesem Vorfach verlor ich NICHT EINEN EINZIGEN FISCH!
DAS ISTAS RIG 😉

Nun bissen die Fische auch über Tag, ENDLICH!
Das verrückteste allerdings war…

…SEHT SELBST!!!

Karpfenrogen!
Den Fischen floss der Rogen auf der Matte nur so hinten raus. Das hatte ich noch nie zuvor erlebt und auch nie davon gehört.
Unglaublich die Fische in so einer schier unmöglichen Zeit zu fangen!

Und fort an lief es richtig gut…

Ein weiterer Ebrokämpfer mit 14 Kilo.
Dieser Fisch hing in einer Welsschnur fest, ein Glück konnte mein Sohn den Fisch keschern, alleine hätte ich diesen Fisch nicht gefangen.

Ein sehr schmerzvolles Erlebnis
Tagsüber bekomme ich einen brachialen Lauf, ich renne ohne Schuhe zum Pod, 34 Grad SONNE satt. Der Fisch sitzt fest, ich springe immer noch ohne Schuhe ins Aluboot um den Fisch vom Boot aus zu drillen. Dann erst merke ich, dass ich mir den Fuss ziemlich böse aufgerissen hatte. Das Adrenalin sorgte noch an Land für ein schmerzfreies Drillen, doch der kochend heisse Aluboden vom Boot schweisste mir dann, wie im Mittelalter, die Wunde sofort wieder zu.

Die doch sehr heftige Blutung hörte glücklicherweise sofort wieder auf, doch die Schmerzen sind bis heute zu spüren 🙂 Ach ja, der Fisch war weg – keine Chance 🙁

Nun war ich auch noch unangenehm verletzt und das bei solchen Gegebenheiten – Augen zu und durch. Dann wie von der Tarantel gestochen wieder auf zum POD gehumpelt, das nächste Ebromonster lief ab!

Was für ein Koffer! Dieser Fisch wog 17 Kilo, doch nur weil er voller Laich wahr – TOTAL IRRE!!!

Ein paar der vielen kleineren Fische die wir fingen, die Max auch alleine halten konnte.
Die Leidenschaft mit Max zu teilen, diese in seinen Augen sehen zu dürfen, ist das GRÖSSTE für mich!

Der Streuner
Plötzlich tauchte er wie aus dem Nichts vor uns auf 🙂 Ein wahrscheinlich bei der Jagd verloren gegangener Hund gehörte die letzten Tage zu uns.
Ein bildhübsches Tier, welches sich dankbar aber sehr zurückhaltend zeigte, als wir Ihn mit Carptrack Boilies versorgten. Besondere Vorliebe – Osmotic Spice 😉

Die Karpfen fing ich alle auf 24er Carptrack Monster-Liver Boilies, mein Futterteppich bestand allerdings aus 3 Sorten CT Kugeln, Uncle Bait „The Boilie“, Osmotic Spice Boilies und Monster-Liver Boilies.

Die vielen Krebse sowie Rotaugen machten mir das Fischen sehr schwer, alle 3 Stunden musste ich die Montagen kontrollieren. Hatte ich doch Carp’R’Us Rap it vergessen – verdammte SCHHH…! Die 24er Murmeln im Doppelpack am Haar hielten am längsten, ca. 4 Stunden.

Die Bisse folgten nun zum Glück alle 2 Stunden!
Achtet auf den 28er V-Pop, den hatte ich ca. 20 cm aufgepopt, somit hatten es die hinterhältigen Krebse etwas schwieriger. Nun zogen sie das Vorfach cm für cm hinunter Richtung Gewässerboden und verrichteten dort ihr Unheil.

Der V-POP hielt stand, hatte zwar nur noch die Größe eines 20er doch er hielt!

Und wieder ein starker Fisch über 16 Kilo und voller Laich

Direkt noch einer hinterher, in der typischen Ebro-Wildform

Von einer Strategie kann ich hier wirklich nicht sprechen 🙂
Ich verstand die Welt nicht mehr, warum es bei mittlerweile 36 Grad immer noch biss…

Die Fische rollten und sprangen im Sekundentakt. Der nächste 17 Kilo Fisch war schnell im Netz. Leider hatte ich vergessen den Autofokus einzustellen, somit ist dieses Foto leicht unscharf.

Bei Selbstauslöser immer drauf achten, dass der Autofokus eingeschaltet ist! 🙂

Die letzte Nacht brach an, wir gaben noch mal Alles und Max fing einen wunderschönen Zander auf Gummifisch. Bei mir zuppelte ein Mitternachtsfisch auf Monster-Liver Boilies

Morgens wurde ich mit einem heftigen Dauerton geweckt und es begann wirklich einer meiner stärksten Karpfen-Drills. Mein Sohn saß mit im Boot, wir fuhren so schnell es ging auf freies Wasser, unter uns 20 Meter Tiefe, um den Fisch sicher ausdrillen zu können. Er nahm ruhig Schnur ohne das ich Schläge spüren konnte.

Ich war sowas von schockiert, als der Fisch die Wasseröberfläche durchbrach!

Der Fisch hatte knapp 11 Kilo, doch die bestanden nur aus Muskeln, schaut Euch den Nacken und den Paddelmuskel an…

Am letzten Tag nutzte Max die Gelegenheit mit Manfred, einem Guide aus dem Welscamp, noch ein letztes Mal den Zandern nachzustellen. Nach nur 2 Stunden kamen Sie mit 4 guten Zandern zurück. Manfred hatte den jüngsten Gast seit bestehen des Welscamps an Board 🙂

Max angelte völlig selbstständig vom Auswurf bis zur Landung und fing Zander bis 10 Pfund.
Nächsten Monat wird er 8 Jahre. Ich hoffe so sehr das mein Junge dem Angeln noch lange lange Zeit treu bleibt.

Es war ein Abenteuer der Extraklasse
Ich kann nur jedem Angler empfehlen diese weite Reise anzutreten.
Für mich war es ganz sicher das aufregendste Wasser, welches ich bislang befischt habe.

Wir kommen wieder! Schon sehr sehr bald 🙂

Euch noch einen erfolgreichen Sommer
Stefan & Max Istas
Team Imperial Fishing

2 Kommentare

  1. Super Abenteuer. Ich hatte dies auch schon immer mal vor. Hattest du Probleme mit dem Nachtangelverbot. Da geistern ja ziemlich viele Horrorgeschichten im Netz.
    Meld dich bitte, das interessiert mich sehr.

    Grüsse aus dem HOHEN Norden
    Sven

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