Expertenrunde Nummer 7

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Expertenrunde Nummer 7
von und mit Jan Federmann, Patrick Scupin, Philipp Resch, Alex Kolacz, Frank Heller, Tobias Seeber

Hallo liebe iBlog Leser/innen,
in Deutschland hat sich die Sache mit dem Winter wohl schon erledgit?! Morgens darf ich zwar ab und an mal leichten Frost von der Autoscheibe kratzen, gegen Mittag steigt es dann aber stellenweise schon bis in den 20°C Bereich an (Stand 11. März). Trotzdem sind einige von uns in die „Winterpause“ gegangen um einfach ein bisschen Kraft zu tanken und auch mal wieder intensiv Zeit mit Freundin, Familie und Freunden zu verbringen, bevor es uns wieder aktiv ans Wasser zieht.

Um mit neuen Ideen und voller Motivation einen perfekten Start in das Frühjahr hinzulegen, haben wir uns für unsere erste Expertenrunde im Jahr 2014 passend das Thema „Frühjahrsfischen“ ausgesucht. Wie man möglichst effektiv die Karpfen aus ihrer Winterruhe lockt, könnt Ihr in unserer interessanten Runde ebenfalls erfahren.

Viel Spaß beim Lesen und viele Grüße,
Jan Federmann
The Expertenrunden Maker

Mitschreiber der 7. Expertenrunde:
Jan Federmann, Patrick Scupin, Philipp Resch, Alex Kolacz, Frank Heller, Tobias Seeber

expertenrunde nummer 7 640

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Jan Federmann

1. Frage:
Welche Köder verwendet Ihr im Frühjahr in Verbindung mit Eurer Futtertaktik?
(Boilies, Partikel, Pellets, Cold Water, groß, klein, fischig, stinking, viel, wenig…)

Was man bei der Frühjahrsfischerei nie außer Acht lassen sollte ist, dass die Karpfen aus einer Winterruhe kommen. Sie haben ihren Organismus auf das niedrigste Level heruntergefahren, welches zum Überleben im kalten Wasser ausreicht. Das heißt beim Frühjahrsstart muss der „Apparat“ Karpfen erst mal wieder in Fahrt kommen. Um ihm das einfach und schnell zu ermöglichen, biete ich gerne auf meinem Futterplatz eine Mischung aus kleinen Boilies, Pellets und Partikel an. Hier greife ich gerne zu einem Boilie mit hohem Fischmehlanteil. Darin befinden sich alle wichtigen Aminosäuren und Proteine, welche dem Karpfen nicht nur schmecken, sondern auch „aktiv“ werden lassen und ihn zur Nahrungsaufnahme ankurbeln. Eine kleine Futtermenge verstreue ich über meinen Spot um möglichst viel Fläche zur Nahrungsfindung zu bieten.

Meine Favoriten im Frühjahr sind:
Boilies mit einem hohen Fischmehlanteil wie z.B. die Carptrack Fish Boilies und natürlich die guten Carptrack Aminopellets.

Eine gute Futtermischung, welche die Frühjahrskarpfen lieben

Im Frühjahr ist weniger oft mehr!

Das Ganze noch mit ein paar Additiven bearbeitet lässt keinen Karpfen widerstehen…

2. Frage:
Welche Additive kommen zum Einsatz und wie mischt Ihr diese an?

Ganz wichtig ist es dem Karpfen fressbare Nahrung zu signalisieren. Schon beim vorbeischwimmen an einem Spot sollten ihn bestimmte Additive anzeigen „hey, hier gibt es was zu futtern“. Wurde der Fisch erstmal dadurch angelockt, beginnt er auch das Fressen auf diesem Spot – garantiert! Dazu benötigt man wahrlich keine Wundermittel. Schnell wasserlösliche Enhancer wie das pulverförmige Carptrack inP oder das flüssige Carptrack inL eignen sich optimal für solche Situationen. Sie sind nicht nur ein Bestandteil von manchen unserer Boilies, sondern sind auch zur äußeren Benetzung unseres Futter vorzugsweise verwendbar.

Mehr zu „Bait Pimping“ findet Ihr in unserem Katalog (hier direkt online reinschauen) ab Seite 29.

Carptrack inL – Ein flüssiger, schnell wasserlöslicher Enhancer signalisiert fressbare Nahrung.

„Bait Pimping“ gehört zu dieser Jahreszeit erst Recht dazu!

3. Frage:
Was sind für Euch typische Frühjahrs-Spots? (eventuell auch Frühjahrsgewässer)

Die Angelei im Frühjahr kann oft eine wahre Tortur werden. Mit voller Motivation kommt man ans Wasser und will unbedingt wieder richtig loslegen. Allerdings sind die Karpfen oft noch gar nicht so motiviert. Deshalb suche ich mir gerade im Frühjahr Gewässer aus, welche ich schon vorher befischt hatte und auch die Struktur und Fischbestand kenne. Dies sind dann oft sehr flache Gewässer oder Baggerseen mit flachen Zonen, in denen sich das Wasser schneller erwärmt und die Fische aktiv werden lässt. Hier sind dann natürlich auch die flacheren Spots meine erste Wahl. Oft sind das auch die Spots, welche ich im Vorjahr im Sommer oder Herbst beangelt habe. Hier haben die Fische sicherlich noch in ihrem Instinkt, dass auf solchen Spots immer ein paar Leckerlies zu holen waren. Sollte man jedoch im Frühjahr vor einem neuen Gewässer stehen, welches man vorher noch nicht befischt hat und einem von der Struktur her noch unbekannt ist, dann ist vor dem Angeln die Location das A und O. Denn gut vorbereitet ist im Frühjahr oft schon die halbe Miete zum ersten Karpfen!

Die Flachwasserzonen vor dem Ufer sollte man auch im Frühjahr nicht außer Acht lassen!

Ist das Gewässer neu für einen, kommt man um das location machen nicht herum. Hierzu verwende ich gerne ein Markerfloat um Tiefen und Strukturen zu erkunden. Eine besondere Ausstattung brauch man ansonsten nicht dafür, hier reicht mir auch meine IB Multirange Rute und eine Rolle mit Invisible Touch.

Dieses kleine Gummi Fropfen verhindert, dass sie der Wirbel vom Blei mit der Öse vom Marker verheddert.

Auge zukneifen… Ziel anvisieren… und raus damit…

4. Frage:
Verändert Ihr Eure Rigs für die Frühjahrsangelei?

Selbst nach über 10 Jahren Erfahrung im Karpfenangeln überrascht mich jedes Frühjahr, denn es gleicht nie bzw. selten dem Jahr zuvor. So ergeht es mir dann natürlich auch mit meiner Rig Gestaltung. I.d.R. halte ich es im Großen und Ganze sehr simpel, jedoch spiele ich immer gerne etwas mit der Rig Länge. Hier möchte ich jetzt keine Theorie aufstellen, sondern einfach meine Praxiserfahrung. Diese hat mir persönlich gezeigt, dass man sein Rig einfach immer der Situation anpassen muss. Hierbei sind die Futtertaktik, die Bodenstruktur und die Auswahl des Hakenköders entscheidend. Ein Standard Rig für die Fischerei im Frühjahr habe ich also demnach nicht. Es sollte einfach schnell zu binden sein und einfach schlicht gehalten werden. Funktionieren muss es!!!

Hier das tödliche Cranked Hook Rig von Carp’R’Us!

Auch meine Tacklebox ist zum Frühjahrsstart endlich mal schön aufgeräumt 🙂

Etwas Carptrack Amino Gel um den Hakenköder schadet nie, ganz im Gegenteil!

5. Frage:
Eure persönlichen Tipps&Tricks für den Frühjahrskarpfen

Mit Reizen sollte man auch im Frühjahr nicht geizen. Neben einer guten Futtermischung und attraktiven Additiven, sind für mich reizvolle Hakenköder ein wichtiges Element. Wenn man mit seiner Futtermischung bei den faulen Frühjahrskarpfen nicht punkten kann, helfen Reize wie farbige Hakenköder wenigstens die Neugier der Fische zu wecken. Hier errinnere ich mich gerne an eine Session im Frühjahr 2011 zurück. Völlig ungeplant ging es noch ans Wasser. Die Fische waren schon von Beginn an einfach nur launisch und es wurden nur sporadisch mal hier und da ein paar Karpfen gefangen. Auf eingebrachtes Futter reagierten sie kaum. So bestückte ich meine Montage mit einem auffälligen pinken V-Pop. Es dauert auch nicht lange, bis der erste an die Leine ging und kurz darauf noch zwei weitere folgten. Hier bin ich mir ziemlich sicher, dass der „pinki Snowman“ einfach nur die Neugier der trägen Fische geweckt hatte und sie dem Reiz einfach nicht widerstehen konnten.

Der pinke V-Pop machte den Unterschied.

Auch ein Half´n Half Fish ist im Frühjahr sehr attraktiv.

Futter wollte er nicht, aber dafür den attraktiven Snowman mit dem pinken V-Pop.

Jan Federmann
Team Imperial Fishing

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Patrick Scupin

Vorneweg noch von mir ein gutes, fischreiches neues Jahr 2014 an alle Kunden und Leser des Beitrages.
Ebenso natürlich an meine Mitschreiber…

Somit auch ein „Gude Mosche“ in die Runde der aktuellen Schreiberzunft. Ich freue mich sehr, so zu sagen als Neuzugang, meine geistigen Ergüsse an dieser Stelle kundtun zu dürfen.
„Expertenrunde“… mhh – ab wann ist man den eigentlich ein Experte?
Egal, denn was ich wirklich gut finde ist ein gemeinsamer Austausch unter (Karpfen-)Anglern. Gerade wenn die Fragestellungen gleich sind, können interessante Punkte, wie beispielsweise unterschiedliches Vorgehen oder Ansichten, aufkommen. Jani hat ein spannendes Thema rausgehauen, Karpfenangeln im Frühjahr. Obwohl schon einige Fangmeldungen eintreffen, kann es doch nur zu oft noch eine sprichwörtliche „harte Nuss“ werden. Also, ab zu meiner ersten Runde – imperiale Karpfenangler ganz intim… enjoy it!

1. Frage:
Welche Köder verwendet Ihr im Frühjahr in Verbindung mit Eurer Futtertaktik?
(Boilies, Partikel, Pellets, Cold Water/groß, klein, fischig, stinking, viel, wenig)

Da ich natürlich relativ „neu“ im Team von Imperial Fishing bin und somit natürlich noch nicht alle Produkte verwenden konnte, möchte ich Euch an dieser Stelle somit auch gleichzeitig meine Taktik für das anstehende Frühjahr vorstellen. Meine Gedanken beruhen daher auf gesammelte Erfahrungen sowie selbstverständlicher Weise auf bereits vorhandene Produktkenntnis.

Gerade wegen den erst beginnend steigenden Wassertemperaturen will ich versuchen, die Fische etwas zum Suchen, also schwimmen, zu animieren. Mindestens genauso wichtig dabei, nur „Häppchen“ servieren, welche den Karpfen nicht gleich satt machen. Sie sollen sich ruhig etwas für ihr Futter bewegen und vermehrt den Boden absaugen. Dadurch herrscht eine größere Chance, wirklich mit gekrümmter Rute am Ufer zu stehen. Beispielhaft wird bei mir ein Spot im 2 Tage-Rhythmus mit wenig Baits unter Futter gehalten. Dabei sind es dabei für alle zwei Stellen, also beide Ruten, maximal 500-1000 Gramm.

Meine Baits für ein erfolgreiches Frühjahr – bewusst setze ich auf kleinere, aber attraktive Köder…

Wie gesagt, achte ich auf wenig, aber auch relativ kleine Köder, wie Aminopellets in 4mm, zerbrochene Boilies, Explosiv Groundbait, dazu Partikel wie Vogelfutter oder Hanf.

Explosiv Stickmix – ein top Groundbait!

Hanf eignet sich hervorragend, geradezu Beginn einer neuen Saison

Als Boilies bevorzuge ich eine Kombination aus einem fischmehlhaltigen Boiliemix mit einer fruchtigen Note, beispielsweise die Carptrack ELITE Strawberry Boilies. Diese enthalten weiterhin neben dem Sweetner NHDC auch mein über alles geliebtes GLM full-fat.

Carptrack Elite Strawberry – ein rundum guter Spring-Bait!

Sollten die Wassertemperaturen allerdings noch deutlich kalt, sprich unter 10°C liegen, setze ich bewusst auf Carptrack Explosiv Stickmix Cold Water Boilies. Hier wurde ein Köder kreiert, welcher gerade bei kühlem Wasser deutlich aktiver arbeitet. Durch den Einsatz von gut wasserlöslichen Zutaten, findet auch zwischen November und beginnendem Frühjahr ein reger Austausch der Lockstoffe statt.

Neben Fischmehl, Vitamealo, Betain und Liquid AMINO, muss ich auch hier nicht auf mein GLM full-fat verzichten!

2. Frage:
Welche Additive verwendet Ihr und wie mischt Ihr diese an?

Was zusätzliche Additive angeht, ob in der Futtermischung oder zum pimpen meiner Boilies, so ist mein Favorit bei kühleren Wassertemperaturen Carptrack inL & Carptrack inP.

Kaltes Wasser? Antwort: Carptrack inL & Carptrack inP

So funktioniert mein Baitpimp:
Zuerst streue ich in einem Eimer etwas Carptrack inP über die Murmeln, achte darauf dass jeder Boilie etwas abbekommt und gieße anschließend einen kräftigen Schluck inL darüber. Bei dieser Reihenfolge kommt es nicht zum „klumpen“. Schon nach kurzer Zeit bildet sich über den Murmeln eine gleichmässig dicke, zweite Haut. Welche unter Wasser sofort beginnt zu arbeiten und Lockstoffe frei setzt, welche die Karpfen über Ihre Rezeptoren wahrnehmen können.

Stepy by Step

Attraktivität = Anziehungskraft – gerade bei freshen Wassertemperaturen ungemein wichtig!

3. Frage:
Was sind für Euch typische Frühjahrs-Spots? (eventuell auch Frühjahrsgewässer)

Psssst – Gewässer werden doch nicht verrate… hehe!
Obwohl die Fische gerade zu Beginn des Frühjahres noch ziemlich träge sind, landet eine meiner Ruten deutlich im flacheren Wasser. Ohne Bedenken auch um die 2 Meter Tiefe herum.

Nach der Frühjahrszirkulation kann man mittels Aquascope bereits im flachen Wasser interessante Features finden

Die zweite zur Verfügung stehende Montage fristet zwar weiterhin ein tieferes Dasein, dennoch werden nun glücklicherweise die seichteren Uferbereiche, wie beispielsweise Schilfbänke oder nahe Kanten, wieder interessant. Die Karpfen ziehen auf der Suche nach Nahrung aktiv los. Positiv unterstützend natürlich die steigenden Grade des Thermometers. Was in diesem Zeitraum besonders Beachtung finden sollte, ist die Windrichtung, beziehungsweise wohin der Wind drückt.

Oftmals ziehen die Fische mit dem Wind!

Neben dem Sauerstoffeintrag sowie der vermehrt angespülten Nahrung in diesem Bereich, bringen diese warmen Luftmassen, einerseits richtig Temperatur mit um das Gewässer zusätzlich zu erwärmen, sorgen aber auch für eine vollständige Durchmischung des Sees. Diese Umwälzung ist uns allen wohl bestens als „Frühjahrszirkulation“ bekannt. Durch den Wind und entstehende Temperaturunterschiede von Tag zu Nacht, wird eine Strömung hervorgerufen. Diese durchmischt nach und nach die Wassermassen. Nach diesem „drehen“ sind sämtliche Wasserschichten endlich wärmer. Die Futtersuche wird immer aktiver. Merke ich jedoch, dass die Bisse ausschließlich oder deutlich vermehrt auf den flacheren Spots erfolgen, verteile ich dort beide Ruten.

4. Frage:
Verändert Ihr Eure Rigs für die Frühjahrsangelei?

Zum Start einer neuen Saison haben sich bei mir Hook Links aus monofilem Material, also Stiff Rigs etabliert. Die Erfahrung vergangener Jahre haben mich veranlasst neben meinem sonst favorisierten ummantelten Braid, mindestens eine meiner beiden Ruten mit Stiff Hooklink zu bestücken. Zum Einsatz kommt dabei bewährtes Captive Captive Stiff Rig Filament von Avid.

Perfekte Kombi: Stiff Rig mit flexiblem Haar und kleinen Ködern

Vorteil des Materials, es ist nahezu unsichtbar unter Wasser. Eine Begebenheit, welche ich gerade im Frühjahr bei klarem Wasser, nach der bereits oben erwähnten Wasserzirkulation schätze. Nebenbei werden meine Vorfächer etwas kürzer, ca. um die 10 Zentimeter. Die Hakengröße passe ich natürlich entsprechend der Ködergröße an, sodass diese auch eher kleiner ausfallen.
Da zu Saisonbeginn die Fische, beziehungsweise deren Frassplätze in der Regel gefunden werden müssen, setze ich gerne auf Safety Rigs, da ich bei einem größeren Distanzunterschied das Bleigewicht schnell anpassen kann. Ansonsten setze ich aber wie gewohnt auf altbewährte und vertraute Dinge…
Was meine Hakenköder betrifft verwende ich gerne kleine Schneemänner (16 mm Sinker + 10 mm V-Pop) oder direkt einen Pop Up am D-Rig.

Weißer V-Pop am D-Rig – über einem dezenten Groundbaitteppich eine gute Präsentation für träge Fische

5. Frage:
Eure persönlichen Tipps&Tricks für den Frühjahrskarpfen

Ich denke der weltbeste Tipp für das Frühjahr – einfach ans Wasser und fischen gehen 😉 Überstürzt es nicht, schaut das es ein paar Tage (besser Wochen) konstant mit den Graden nach oben geht.
Nur so kann sich auch das Wasser allmälich erwärmen. Dazu noch ein schönes Frühjahrslüftchen, welchem ihr am Gewässer angekommen mit den Ruten in der Hand folgt.

Eee you on the bank!

Lasst euch nicht entmutigen, die Saison beginnt gerade und die wechselwarmen Tiere brauchen auch eine gewisse „Anlaufzeit“. Bleibt am Ball, macht euch Gedanken und verfallt ja nicht ins bloße Aussitzen! Nutz die Zeit! Ich wünsche euch mit Kondenswasser beschlagene Schirme, dampfende Kaffeebecher und die ein oder andere große Schuppe in den nassen Händen.

We love to fish!

In diesem Sinne, wir sehen uns am Wasser!
Patrick „Scup“ Scupin
scups-adventures.blogspot.de

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Philipp Resch

Hallo liebe iBlog Leserinnen und Leser,
ich denke, Jan hat sich wieder ein sehr passendes Thema ausgesucht. Ich bin sehr gespannt, wie meine Mitschreiber im Frühjahr vorgehen, um zu ihrem Big One zu kommen…

1. Frage:
Welche Köder verwendet Ihr im Frühjahr in Verbindung mit Eurer Futtertaktik?
(Boilies, Partikel, Pellets, Cold Water/groß, klein, fischig, stinking, viel, wenig)

Ich bevorzuge im Frühjahr eine ausgewählte Mischung an Partikeln und dazu einige Boilies. Bei den Partikeln kommen bei mir der Hanf, Weizen, Tigernüsse und der gute alte Dosenmais zum Einsatz. Mein Partikelmix besteht pro Fütterung (eine halbe iBox) aus vier Schaufeln Hanf, zwei Schaufeln Weizen, einer halben Schaufel Tigernüsse und zwei Dosen Mais.
Bei den Boilies verwende ich hauptsächlich unseren Monster-Liver Mix. Diesen Mix fische ich eigentlich ganzjährig, nur mit dem Unterschied, dass ich ihn im Frühjahr als „Cold Water“ Version (im Mix sind einige Palatans = wasserlösliche Stoffe, enthalten, die ihn somit für die Winterfischerei bzw. Frühjahrsfischerei attraktiver machen, als er es eh schon ist) abdrehe.
Denn im Frühjahr, wo die Wassertemperatur noch teilweise unter 10°C (wenn überhaupt!) beträgt, wäscht sich die „Cold Water“ Version im Wasser besser aus und gibt somit kontinuierlich eine unwiderstehliche Lockwirkung ab. Ich persönlich habe die Erfahrung in den letzten Jahren gemacht – oder besser gesagt, die Fische haben mir diesen Eindruck vermittelt, dass ein fischiger Mix in Verbindung mit einem Fruchtflavour der Köder schlechthin ist (zumindest in den Gewässern, die ich befische). Hier verwende ich sehr gerne den Elite Strawberry Flavour. Mit 4ml pro kg erhält man eine wahre Fisch-Frucht Bombe – einfach nur der herrlich dieser Geruch (ich habe ihn jetzt noch in der Nase wenn ich daran denke) und die Fische lieben ihn auch! Zusätzlich peppe ich den Mix mit dem NHDC (1800 mal süßer als Zucker) auf. So verleihe ich dem Mix noch eine gewisse Süße. Kurz möchte ich noch auf die Ködergröße eingehen und wie viel ich vorfüttere bzw. beim Angeln füttere.

Bei solchen Temperaturen kommen bei mir Cold Water Boilies zum Einsatz!
Doch hier brachten auch CW Boilies nichts – denn der See war über Nacht zugefroren!

Als Ködergröße kommt bei mir eigentlich nichts unter 24mm aufs Haar! Doch im Winter und Frühjahr bevorzuge ich Ködergrößen zwischen 16mm und 20mm. Nehmen sie mal zum Vergleich ein Kilo 24mm Boilies, eine Tüte 20mm Boilies und eine Tüte 16mm Boilies – wissen sie worauf ich hinaus will? Genau, je kleiner die Köder, desto mehr Köder kann ich auf meinem Spot verteilen – wohlgemerkt bei dem selben Gewicht des Futters! Mit 16mm oder 20mm Boilies kann ich eine größere Fläche abdecken als mit 24mm Boilies. Wie schon oben beschrieben füttere ich eine halbe iBox und ca. 0,5 – 1kg benetze Boilies (auf dieses Thema gehe ich weiter unten noch ein), je nach Gewässer und Spot.

0,5kg 16mm, 0,5kg 20mm und 0,5kg 24mm Boilies –
mit welcher Größe man wohl den größten Futterteppich anlegt…

2. Frage:
Welche Additive verwendet Ihr und wie mischt Ihr diese an?

Grundsätzlich verwende ich beim benetzen meiner Boilies fast alle Carptrack Additive.
Gerade im Frühjahr (oder auch Winter) ist InP und inL mein Favorit! Ihr Geschmack und Geruch passt zu jedem Futtermittel und ihre Löslichkeit ist einzigartig!

InP kurz im Wasser…

Trotz Oberflächenspannung löst sich hier im Bild das InP
unglaublich schnell auf und sorgt für die gewünschte Attraktivität! Genau das, was wir jetzt bei kaltem Wasser brauchen!

Meinem Hakenköder gebe ich natürlich auch das gewisse Etwas, damit dieser sich von der Masse abhebt. Hier setze ich meistens einen Schneemann ein, also einen Sinker in Verbindung mit einem weißen V-Pop oder pinken V-Pop und das ganze im passenden Elite Strawberry Amino Gel gegelt. Durch seinen attraktiven Geruch und der auffallend grellen Farbe werden die Fische neugierig und saugen diesen Köder zuerst ein.

Es gibt aber auch noch eine andere Alternative, um meinen Hakenköder interessanter für die Fische zu machen, nämlich die Ummantelung mit der Carptrack Liquid / Powder Paste.

Hier werden 7 Teile Powder und 1 Teil Liquid miteinander zu einem Teig vermischt.
Einfach von außen in einer Tüte kneten!

Zu dem Powder gebe ich zusätzlich ein Gramm von dem Power Powder Elite Strawberry und einen guten Teelöffel voll GLM full-fat. Der Teig besitzt die Eigenschaft, dass der eigentliche Hakenköder noch mal zusätzlich durch eine Außenhaut geschützt ist und somit länger im Wasser liegen bleiben kann. Problemlos kann die Rute bis zu 24h liegen bleiben. Und durch den Teig werden zusätzlich zum Boilie hochwasserlösliche Stoffe, sowie Aminosäuren freigegeben, die den Karpfen zum fressen animiert!

Fertig ummantelte Carptrack Paste Hakenköder

3. Frage:
Was sind für Euch typische Frühjahrs-Spots? (eventuell auch Frühjahrsgewässer)

Diese Frage ist mit Sicherheit schwieriger zu beantworten als die beiden obigen Fragen. Ich selbst habe für mich zwei ideale Frühjahrsgewässer. Zum einen ist dies ein ca. 30ha großer Baggersee mit Verbindung zum Main mit einer durchschnittlichen Tiefe von 2m – 2,5m. An diesem See angel ich sehr gerne, wenn es einige warme, sonnige Tage gegeben hat. Denn dieser See heizt sich viel schneller auf als umliegende Baggerseen in meiner Umgebung! Dort lege ich dann meine beiden Ruten auf gefütterte Spots in 1,5m und 2,5m Wassertiefe, denn hier kann sich das Wasser schon mal sehr schnell bis zu 11°C aufheizen. Der andere Baggersee, den ich befische, hat eine Größe von 40ha und bis zu 7m Tiefe! Hier ist der Baggersee geschlossen und die Fische sind immer drin – beim anderen See mit Verbindung zum Main weiß man nie gerade, was sich dort im See aufhält. Dort lege ich dann meine Ruten auch schon mal in 5 oder 6m Tiefe ab, weil hier die Wassertemperatur immer konstant ist, nämlich zwischen 3,5°C und 5,5°C, je nachdem in welcher Tiefe man gerade angelt. Als Hot Spot kommen für mich leicht schlammige bis harte Untergründe in Frage. Suchen sie sich den Übergang zwischen Weich (Schlammig) und Hart (Sand,Kies, etc.), denn hier finden die Fische ihre Nahrung (im Schlamm u.a. rote Zuckmückenlarven und Muscheln).

4. Frage:
Verändert Ihr Eure Rigs für die Frühjahrsangelei?

Dies beantworte ich mit Jein, denn hier kommt es drauf an, wie verhalten sich die Fische gerade, auf welchem Untergrund angel ich, lege ich meine Montage vom Boot ab oder werfe ich. Dies sind alles wichtige Faktoren, die für mich beim Rigbinden eine Rolle spielen! Beim Werfen verwende ich hauptsächlich Rigs, welche ich aus CRU Fluorocarbon Material binde. Das Haar binde ich aus einem weichen geflecht. So habe ich ein effektives Rig – zum einen übersteht es jegliche Arten von Gewaltwürfen problemlos und der Fisch bekommt den Hakenköder, dank des weichen Haares, ohne weiteres ins Maul. Beim Ablegen vom Boot fische ich häufig etwas weichere Geflechte, aber auch ummantelte Rigs. Die Länge varriert zwischen 15 – 30cm. Als Haken kommen bei mir nur stabile und vor allem scharfe Haken zum Einsatz! Dies wären u.a der Centurion 2000 und der Continental Hook von Carp R Us.

Great Stuff – Carp’R’Us

Seit 2013 bei mir im Einsatz – der CRU Cranked Hook. Durch seine besondere Krümmung in der Mitte des Hakenschenkel sorgt er für eine noch schnellere Drehung in der Unterlippe des Karpfens. Dadurch hat der Fisch so gut wie keine Chance den Köder wieder loszuwerden.

5. Frage:
Eure persönlichen Tipps&Tricks für den Frühjahrskarpfen

Puuuhhh – dies ist auch nicht so leicht zu beantworten. Ich persönlich kann Euch nur empfehlen, immer etwas anderes zu machen als die meisten Angler am See! Das ist so einfach gesagt wie getan, doch traut euch ruhig! Angelt an Stellen, an denen ihr nie angeln würdet. Diesen Schritt habe ich 2013 endlich gewagt und an dem See mit Verbindung zum Main am eigenen Ufer unter überhängenden Büschen geangelt. Dort habe ich zu 80% Fallen mit einem grellen, auffallenden Köder Fallen gestellt. Dies klappt mit unserem Uncle Bait „The Boilie“ hervorragend. Durch seine auffallend pinke Farbe und seines einzigartigen Geruch und Geschmack lässt ihn kein Karpfen liegen! Angelt an Stellen, an denen ihr bisher nie geangelt habt oder nie angeln wollt, stellt Fallen und füttert zehn bis fünfzehn Boilies drauf. So überfüttert ihr diese Stelle nicht.

Durch Fallenstellerei mit dem Uncle Bait „The Boilie“ gelang es mir diesen schönen Frühjahrskarpfen zu fangen!

Ich wünsche Euch einen erfolgreichen Start in 2014!
Philipp Resch
Team Imperial Fishing

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Alex Kolacz

Hallo liebe Leser der Expertenrunde,

Ich freue mich nun auch Mal meinen Senf dazu steuern zu dürfen. Das Thema Frühjahrsangeln empfinde ich persönlich als sehr interessant. Deshalb hoffe ich Euch mit meinen Ansichten unterhalten und informieren zu können.

1. Frage:
Welche Köder verwendet Ihr im Frühjahr in Verbindung mit Eurer Futtertaktik?
(Boilies, Partikel, Pellets, Cold Water/groß, klein, fischig, stinking, viel, wenig)
&
2. Frage:
Welche Additive verwendet Ihr und wie mischt Ihr diese an?

Zu meiner Futter- und Köderwahl im zeitigen Frühjahr gehört meist immer der Explosive Stickmix. Diesen verfeinere ich dann mit etwas inP, NHDC, Liquid AMINO. und ein paar Partikeln wie Mais und Hanf. Ich möchte mit einem geringen Futtereinsatz das Maximum an Neugier und Fressreiz bei unseren Freunden unter Wasser auslösen. Dies habe ich bei einem Fisch am Lac de St. Cassien vor ein paar Jahren geschafft. Es war Ende Februar, das Gewässer war nahezu komplett ausgestorben. Wir blankten insgesamt 9 Tage an 4 verschiedenen Spots. Unser letzter Spot lag im Kreuz, von dort konnten wir den frei werdenden Brückenplatz beobachten. Daraufhin entschlossen wir uns noch ca. 36 Stunden neben der Brücke aufzuschlagen, um von dort aus dann die Biege nach Hause zu machen. Ich mischte ein paar Ballen Explosive Stickmix. an und präparierte damit zwei Spots auf dem Brückenplateau, was zu diesem Zeitpunkt bei einer Wassertiefe von 3,20 m den höchsten Punkt darstellte. Auf diesem feuerroten Teppich bot ich einen pinken V-Pop und eine geschälte Tigernuss an. Am nächsten Morgen brachte diese Offensive mir tatsächlich ein altes Cassienurgestein! Natürlich bleibt hier die Frage, ob es einfach nur Glück war. Fakt ist, dass der Brückenplatz vorher immer besetzt war und nichts gefangen wurde. Ich persönlich bin davon überzeugt, dass auch schon vorher Karpfen dort waren, dessen Neugier und dessen Fressreiz, aber nicht angesprochen werden konnten. Mir gab der Punkt, dass ich dann doch eine alte Spieglerdame, bei diesen ultraschweren Bedingungen, überlisten konnte, ungeheures Vertrauen in meine Angelei. Ich weiß, dass der Fisch zu diesem Zeitpunkt absolut keinen Hunger hatte, ich ihn aber doch mit etwas Farbe und dem richtigen Geschmack überreden konnte mir ein Photo zu schenken!
Die Boiliewahl ist absolut gewässerabhängig. Ich fische meist mit fruchtigen oder würzigen Boilies, die nicht zu hart sind und dazu noch gut im Wasser arbeiten. Explosive Stickmix. und Osmotic Spice gehörten in den letzten 2-3 Jahren zu meinen Favoriten.

In diesem Jahr will ich es auch mal mit dem neuen Uncle Bait Cold Water versuchen – sollte klappen!

In den letzten 3 Jahren meine absolute Lieblingskombo bei kaltem Wasser:
Explosiv Stickmix Boilies in 16mm, Osmotic Spice Boilies in 16mm, gepimpt mit NHDC und Liquid bzw. Liquid Amino

Unschlagbare Kombi – in diesem Fall zum Pimpen meiner Partikel

Stickmix-Offensive auf das Brückenplateau!

Wenig Futter, dafür aber höchst intensiv und erfolgreich!

3. Frage:
Was sind für Euch typische Frühjahrs-Spots? (eventuell auch Frühjahrsgewässer)

Das Frühjahr erstreckt sich über einen längeren Zeitraum. Ich interpretiere es vom schmelzen des Eises bis hin zur Laichzeit der Karpfen. Das zeitige Frühjahr, also kurz nachdem die Seen endlich wieder eisfrei sind, kann äußerst „hardcore“ sein. Auch wenn man, insbesondere an flachen Gewässern, unmittelbar nach dem Eis wahre Sternstunden erleben kann. Meine Angelei findet in dieser Jahreszeit überwiegend an flachen Seen, wenn möglich nur bis 2m Tiefe, statt.
Sobald die Temperaturen steigen und sich das Wasser langsam erwärmt, fühle ich mich hier deutlich wohler und die Fische schrauben proportional zur Wassertemperatur ihre Fressaktivitäten hoch. Von tiefen Baggerlöchern lass ich so früh im Jahr die Finger. Es sei denn es gibt Flachwasserbereiche, ansonsten ist die Angelei dort meist verschwendete Zeit.

Das Wasser beobachten… Jedes Zeichen von Fischaktivitäten nutzen, um seine Montagen richtig zu platzieren!

Um einen guten Überblick zu haben, muss man manchmal höher hinaus…

Seen die ich gut kenne und nicht tief sind, gehören zu meinen absoluten Favoriten im zeitigen Frühjahr

4. Frage:
Verändert Ihr Eure Rigs für die Frühjahrsangelei?

Was mein Endtackle angeht, so gibt es bei mir keine großen Unterschiede. Lediglich die Hakengröße verkleinere ich. Ansonsten bleibt alles beim Alten…

Es muss arbeiten!

Der nicht mehr für möglich gehaltene Erfolg in letzter Sekunde.

5. Frage:
Eure persönlichen Tipps&Tricks für den Frühjahrskarpfen

Es sollte also auch unbedingt bei der Köderwahl etwas Auffälliges sein. Geschälte Tigernüsse kombiniert mit einem 16er V-Pop sind meine persönlichen Favoriten. Dazu fische ich unheimlich gerne kleine Schneemänner. 16er Sinker und 10er V-Pop, um erneut den optischen Reiz zu gewährleisten. Mein Kumpel schwört übrigens auf seinen farblich-leuchtenden Plastikmais. Das muss ich mir bei jedem seiner Fische erneut anhören – Fakt ist: es funktioniert!

Besondere Additive und auffällige Köder können im Frühjahr wahre Wunder bewirken

Mit den richtigen Waffen kann man schon früh im Jahr Erfolge feiern.

Frühjahrsangeln kann einen manchmal richtig nachdenklich machen, aber irgendwann ist der magische Punkt bzw. die magische Temperatur überschritten, die Fische fangen an ihren Stoffwechsel hochzuschrauben und wir werden für unsere Mühen belohnt!

Also bleibt dran und haut sie raus!
Euer Alex
Team Imperial Fishing

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Frank Heller

1. Frage:
Welche Köder verwendet Ihr im Frühjahr in Verbindung mit Eurer Futtertaktik?
(Boilies, Partikel, Pellets, Cold Water/groß, klein, fischig, stinking, viel, wenig)

Im Frühjahr setzte ich auf das Motto: Viel hilft viel.
Allerdings nicht die Menge ist entscheidend, sondern die Lockwirkung. Wichtig für mich ist, die Fischen müssen wissen wo sie das Futter finden ohne dafür zu große Strecken zurückzulegen. Ich Füttre gerne eine Hanf/Weizen Mischung, wobei ich den Hanf einen Tag quellen lasse, ca. eine Stunde köcheln und beim Abkühlen gebe ich den Weizen dazu. So nimmt er das ölige Hanfaroma an. Bei den Boilies stehe ich auf Fisch. Stinken kann es gar nicht genug. Ich bevorzuge im Winter wie Sommer Boilies in Größen von 20mm bis 24mm. Mit den Partikeln füttere ich eine große Fläche in unterschiedlichen tiefen. Die Boilies platziere ich in einer Linie vom der flachsten bis zur tiefsten Stelle. Anfangs etwas weniger, wenn die ersten warmen Sonnenstrahlen aufs Wasser fallen, kann man mit der Futtermenge höher gehen. Ab einer Wassertemperatur von 10 Grad kann man dann richtig Gas geben. Bei der Taktik verfolge ich zweierlei Ziele. Zum einen fressen mir die kleinen Fische den Platz frei. Indirektes Kraut ziehen nenne ich das, indem sie den Grund aufwühlen um die Hanf/Weizenkörner zu finden. Gleichzeitig erwecken sie die Aufmerksamkeit unserer Zielfische mit dem aufwirbelnden der Partikel vom Grund!

Fische finden und fangen

2. Frage:
Welche Additive verwendet Ihr und wie mischt Ihr diese an?

Wie schon ober erwähnt, viel hilft viel. Umso mehr Lockwirkung desto besser. Allerdings sollten die Fische von meiner Futtertaktik nicht satt werden, sondern nur angelockt werden und das angebotene Futter aufnehmen. Ich verwende die fantastischen FÜNF Additive. Carptrack GLM full-fat, Carptrack Betain, Carptrack Liquid AMINO und Carptrack inP und Carptrack inL. Alles Additive die eine sehr hohe Wasserlöslichkeit haben und dadurch über eine große Distanz war genommen werden können. Zudem werden unseren Zielobjekten fressbare Nahrung signalisiert, so dass sie sich auf die Suche nach mehr machen. So die Theorie. Mischen tue ich das Ganze mit klein gemahlen Boilies, so das am Ende ein schöner Teig entsteht, welchen ich zu Tischtennisball großen Kugel forme, die ich um meine Montage verteile. Für die Montage fülle ich mir dann noch ein paar PVA Beutel die gewährleisten das sich die Montage beim Werfen nicht verheddert und am Haken immer etwas Futter liegt.

Die fantastischen Fünf Additive sind ein großer Schritt zum Erfolg

Meine Boilies frisch bearbeitet mit den Additiven

Ein paar Stunden trocknen lassen bildet sich eine attraktive Schicht um die Boilies

Meine zerkleinerten Boilies im Teigmantel dienen als Zusatzfutter am Spot

3. Frage:
Was sind für Euch typische Frühjahrs-Spots? (eventuell auch Frühjahrsgewässer)

Prinzipiell bin ich der Meinung, wo die Fische im Sommer zu fangen sind, kann ich auch im Winter bzw. Frühjahr fangen. Natürlich sind die Wetterbedingungen sehr ausschlaggebend. Wenn die Sonne kraft bekommt und die flachen Uferbereiche sich erwärmen, sind genau die Stellen immer für einen Fisch gut. Allerdings habe ich auch schon im dicksten Winter Fische in 1,5m tiefen Wasser gefangen. Für mich ist es wichtig wie die Fische im Sommer ziehen. Ich mache mir die Arbeit es zu dokumentieren (im Zeitalter von Smartphone kein Thema mehr). Je genauer ich dies mache, desto besser kann ich die Routen der Fische bestimmen und meine Montagen an den entsprechenden Stellen platzieren. Meiner Meinung nach ändern die Karpfen ihre Fressgewohnheit nur sehr selten, zumindest wenn sich nichts Drastisches an der Gewässerstruktur ändert. Wenn ich das mit einbeziehe und die Zug route anschaue, finden sich dann auch Spots wie Schilfkanten, überhängende Bäume, abbruchkannten an denen ich meine Montagen platziere.

4. Frage:
Verändert Ihr Eure Rigs für die Frühjahrsangelei?

Also was das angeht bin ich sehr einfach. Damit meine ich nicht zusammenknoten, Boilie ran und ab ins Wasser. Ich habe im Laufe der letzten 15 Jahre eine Menge Vorfachmaterialien probiert. Stiff, Ummantelt und was es eben alles so gibt. Ich habe Rigs aus drei verschiedenen Materialien gebunden, immer auf der Suche nach der perfekten Montage. Meine Meinung hierzu ist inzwischen, man sollte es so einfach wie möglich halten. Natürlich immer den jeweiligen Verhältnissen angepasst. Mein Rig im Frühjahr besteht aus N-Tripp in 20Ibs in 15cm Länge. Gerade im Frühjahr ist der Fisch noch nicht so vorsichtig und je kürzer das Vorfach desto schneller kann das Blei seine Arbeit tun und den Selbsthakeffekt auslösen. Ich verwende gerne den Gamakatsu Super Snag in der Gr. 4-6. Zurzeit teste ich den Carp’R’Us ATS Cranked Hook in der gr. 6 und bin bis jetzt sehr begeistert. Wenn man den Test auf der Handfläche macht, kann man erkennen, dass der Cranked Hook durch den Knick in der Mitte sich beim Drehen sofort aufstellt und so sehr schnell greift. Das einzige worauf ich achte ist ein sehr langes Haar. Ich bin der Meinung wenn das Haar zu kurz ist, hat der Haken nicht genug Zeit sich richtig zu drehen und hakt oft in der weichen Seite des Karpfenmaul, dort schlitz er oft aus. Im besten Fall (für den Fisch) oder er reißt die Seite auf und verletzt den Fisch unnötig.

Mit dem Uncle Bait Gel steigere ich nochmal die Attraktivität meines Hookbaits

Ein langes Righair ist mir sehr wichtig

Simpel und fängig, für mich das beste Rig

Uncle Bait Gel in Action im Wasser.
Welcher Karpfen wird da nicht neugierig?

5. Frage:
Eure persönlichen Tipps&Tricks für den Frühjahrskarpfen

Der erste und absolut wichtigste Tipp ist: Nicht auf der Couch zu liegen, sondern am Wasser sein. Spaß beiseite. Fische kann ich das ganze Jahr über fangen, aber das Frühjahr ist meine absolute Lieblings Zeit. Zum einen liebe ich es, wenn die Natur aus dem Winterschlaf erwacht und das Leben am Wasser wieder beginnt.

Wenn ich also einen Tipp geben soll, wie ich an den Frühjahreskarpfen ran gehe?!
Einen Platz an dem die Fische im Sommer vorbeikommen, den Platz regelmäßig mit Hanf und Weizen füttern, die Boilies gezielt in kleineren Mengen dazu. An den Angeltagen mit vielen Wasserlöslichen Additiven arbeiten um den Futterplatz noch Attraktiver zu machen und die Fische an den Hakenköder zu locken. Bei den Montagen keine Experimente machen, gerade im Frühjahr sollte man auf das vertrauen was im letzten Jahr gut funktioniert hat. Eine Montage lege ich immer an den gefütterten Platz, mit der anderen Rute probiere ich ganz gerne verschiedene Plätze. Das heißt ich lege sie ca. alle 1-2 Stunden an eine andere vielversprechende Stelle. Oft hilft es das Gewässer zu beobachten wo sich die Fische bemerkbar machen. Den ein oder anderen Fisch konnte ich gerade im Frühjahr durch gezieltes anwerfen fangen.
Übrigens, gerade im Frühjahr lohnt es sich auch mal nur für ein paar Stunden ans Wasser zu gehen. Meiner Meinung nach sind um diese Jahreszeit gerade die Tagesstunden die, die Fische bringen.

Ich wünsche euch viele tolle Stunden am Wasser und immer volle Speicherkarten
Euer Frank alias Uncle Bait
Team Imperial Fishing

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Tobias Seeber

Hallo liebe Leser der Expertenrunde,

auch ich möchte in ein paar Sätzen meinen Senf zum Thema Frühjahrsangelei dazugeben.
Der Winter trifft uns nun schon zum dritten Mal viel zu spät. Die, die ihr Tackle noch nicht winterfest verstaut haben, haben den Januar über noch beste Chancen den ersten Fisch des Jahres und damit einen echten Winterkarpfen fangen zu können. Wer verfrüht seine Winterruhe gefunden hat, ist oft schon nach dem ersten eisfreien Wochenende am Wasser zu sehen. Die Motivation wird dabei meist auf eine harte Probe gestellt. Ich bin ehrlich gesagt auch jemand, der seiner Sucht sofort nachgehen muss, auch wenn die Unterwasserwelt noch im Winterschlaf steckt. Bevor das große Fressen beginnt, sind einzelne Fische dennoch auf Nahrungssuche unterwegs. Es ist natürlich von großem Vorteil sein Gewässer zu kennen, vor allem die sogenannten Holding Areas der Fische.

Zu Beginn des Frühlings bin ich ein Fan des feinen Fischens. Ein kleiner 10mm V-Pop auf der einen und ein kleiner Sinker auf der anderen Rute. Wenn ich weiß wo sich die Fische aufhalten, liegen meine Montagen generell nah beieinander, um ausschließlich einen kleinen Futterplatz mit wenigen Boilies, aber dafür Amino Pellets in unterschiedlichen Größen und Carptrack Stickmix zu befischen.

Nach dem das Wasser erstmals Temperatur bekommen hat, bin ich ausschließlich in oder vor Flachwasserzonen zu finden. Da, wo das Wasser schnell warm wird und die Pflanzen in Folge dessen anfangen erneut zu sprießen. Wenn man Glück hat, sind diese Zonen gleichzeitig die Laichplätze der Fische, sodass man an diesen Spots bis in den Sommer hinein fangen kann.

Bei Zeit fahre ich mehrmals in der Woche schauen, wie sich die Fischaktivität entwickelt. Sehe ich Fische springen oder sogar fressen, ist es für mich an der Zeit Futter ins Wasser zu bringen. Bei Möglichkeit konstant, doch wenn ich mir der Stelle nicht sicher sein kann, nur 2-3 Tage vor dem nächsten Ansitz, ohne die Fischaktivität außer Acht zu lassen, denn wo keine Fische sind, schmeißt man lediglich sein Geld ins Wasser. An eigentlich allen Stellen fische ich sehr Ufer nah, das heißt maximal 30m raus. Das macht das Vorfüttern mit der Kelle extrem einfach und spart mir eine Menge Zeit.
Es gibt Gewässer und Zeiten, an denen man mit dem Futter kaum hinterher kommt, da von jetzt auf gleich ein Biss dem anderen folgen kann. Dafür sollte man gewappnet sei, denn wenn die Fische laufen, das Futter jedoch ausgeht, ist die Frustration vorprogrammiert.
Am Anfang des Frühjahres, bzw. dann, wenn ich auf kleinen Futterplätzen fische, bin ich absoluter Fan von Gelen und besonders vom Carptrack Powder und Carptrack Liquid. Es arbeitet extrem und stellt den Hakenköder in einem viel interessanteren Licht dar. Bei Futteraktionen mit großen Plätzen ist aber genau das eher ein Problem für mich. In dieser Situation verwende ich weder Poppis, noch irgendeine Art von Additiven. Mein Boilie am Haken soll den gefütterten zu 100% gleichen. Zu 99% habe ich meine Ruten auch in diesem Fall direkt nebeneinander platziert. Eine Montage am Rand des Platzes und eine mitten drin.

Das allerwichtigste im Frühjahr ist einfach zu wissen, wo sich die Fische aufhalten.
Oft kann man es erahnen, manchmal muss man sich die Mühe machen und die Fische suchen, doch so habe ich schon wahre Sternstunden erlebt, sodass sich definitiv die Mühe auszahlt.

Solang die Wassertemperatur noch sehr niedrig ist, kommen nur kleine Mengen 4mm, 16mm Amino Pellets und wenige Boilies ins Wassertemperatur

Auch wenn Pva im kalten Wasser längst nicht so schnell verschwunden ist, gehört es für mich immer mit einem wenig Explosive Stickmix dazu.

Obwohl der Frühling noch nicht ganz angekommen ist, …

…lassen sich vereinzelt Fische fangen!

Irgendwann kommt der Zeitpunkt in dem die Flora und Fauna ihren Winterschlaf für beendet erklärt und das Wasser langsam wärmer wird.

Ich verbringe die Zeit der ersten Sonnenstrahlen meist an kleinen und flachen Gewässerzonen.

Nach und nach setze ich mehr Futter und fast ausschließlich Boilies ein, wie hier die Worm Up 16mm

Man merkt bald schnell, dass die Bisse immer weiter zunehmen und die Fische sich langsam die Bäuche vollschlagen

Er hat ordentlich auf meinem Futterplatz gewütet und sich eine richtige Wampe angefressen.

Viel Erfolg wünscht Euch,
Tobias Seeber
Team Imperial Fishing

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Die Verdauungskurve abhängig von der Wassertemperatur

Verdauungskurve

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Springbreak!
Ein Artikel von Julian Jurkewitz

erschienen im Carp and Fun Magazin Ausgabe 02 / 2013 – www.carpandfun.de

Lesen Sie den Bericht HIER online!

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Sehen Sie hier das passende Video zum Springbreak Bericht:

Wir wünschen Euch allen eine erfolgreiche Frühjahrsangelei!

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