Kurztrip mit unerwarteten „Hindernissen“
von Maike und Anne

Viele Sessions liegen nun bereits hinter uns und wieder einmal mehr zog es uns hinaus an ein neues, unbekanntes Gewässer. Ich hörte von einem großen Vereinsgewässer das über 7 Kilometer lang und eine durchschnittliche Breite von ca. 400m hat, mit einer Gesamtfläche von ca. 270 Hektar, an dem es schwierig sei größere Karpfen ans Band zu bekommen. Ich recherchierte ein wenig im Internet und in der Tat, es könnte recht schwierig werden, dachte ich bei mir. Der See bekam laut Angaben zweimal im Jahr Besatz und das nicht wenig. Da war sie wieder – eine Herausforderung. Am Sonntagnachmittag den 04.09.2016 war es endlich soweit. Auto gepackt und gegen 15 Uhr ging es los, vor uns lagen 4 Stunden Autofahrt. Am Gewässer angekommen fuhren wir ein paar Stellen an, die ich mir zuvor über Google Maps angeschaut hatte. Nachdem wir uns für einen Platz entschieden hatten, war Stress pur angesagt. Es dämmerte bereits und wir hatten noch nichts ausgeladen, geschweige aufgebaut. Also ran und Gas geben. Etwa 2 Stunden später war alles fertig und wir konnten endlich ein paar Spots für die erste Nacht suchen. So machten wir uns daran einige Bereiche mit dem Echolot abzufahren und stellten fest, dass der See nur wenig Struktur aufwies.
An dem Platz für den wir uns entschieden hatten, hatte das Gewässer eine Breite von etwa 300 Meter und an der gegenüberliegenden Uferseite gab es einen Schilfgürtel mit ein paar Seerosen sowie einiges an Totholz im Wasser. Diesen Bereich wollte ich mir natürlich etwas genauer anschauen – und was soll ich sagen, auf den ersten Blick perfekt. Eine Wassertiefe von 1,9 Meter, harter Boden der sich mit sandigen Bereichen und teils Schlammigen abwechselte. Nachdem wir einige GPS Punkte mittels Echo gesetzt hatten ging es zurück ans Ufer. Ruten und Futter fertig machen. Für dieses Gewässer entschied ich mich für den IB Carptrack MONSTER’S PARADISE, den IB Carptrack ELITE STRAWBERRY (darf für mich einfach bei keiner Session fehlen) und den IB Carptrack CRAWFISH BLACK & WHITE. Nun aber schnell, es kribbelte schon lange in den Fingern. Ich wollte endlich die Ruten zu liegen haben.
Da ich ja im Vorfeld erfahren hatte, dass überwiegend nur Satzkarpfen gefangen werden und die größeren nur schwer ans Band zu bekommen sind, wollte ich dem vorbeugen und so wählten wir als Hakenköder je zwei 24 mm Bolies. Es war mittlerweile nach 23 Uhr als endlich alle Ruten lagen. Die erste Nacht konnte kommen. Packen, 4 Stunden Autofahrt, Aufbauen mitten in der Nacht, Spots suchen und Ruten raus schaffen – all das war extrem anstrengend und so brauchten wir jetzt erst einmal eine Stärkung für die Nacht.
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Wir wollten gerade essen, da meldete sich das erste Mal der Bissanzeiger – nach gerade mal etwa 30 Minuten. Der MONSTER’S PARADISE hatte zugeschlagen – „YES“.
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Was für ein Start, dachten wir. So landete nach einem kurzen Drill der erste Fisch auf der Matte.
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Für den Rest der Nacht schwiegen die Bissanzeiger und wir konnten etwas Schlaf finden. Am nächsten Morgen machte ich mir ein paar Gedanken zu dem Gewässer.
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Nachdem ich einen Kaffee als Muntermacher intus hatte, machte ich mich daran das Gewässer noch weiter mit dem Echolot zu erkunden und ich fand einen Bereich der wirklich sehr vielversprechend aussah. Eine Bucht, die kaum von irgend einem Angelplatz erreichbar war, mit einem großen Seerosen Feld.
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Die gesamte Bucht hatte eine Tiefe von 1,5 Meter und der Untergrund wechselte ständig von hart auf Schlammig. Doch genau im Seerosenfeld war er extrem hart.Bild 6

Hier mussten einfach ein paar Ruten hin.Hier gab es nun mehrere Schwierigkeiten, die Entfernung zu unserem Angelplatz betrug 450 Meter, zudem lag die Bucht hinter einer Landzunge – direktes erreichen somit unmöglich. Auch in der Nähe gab es wie bereits erwähnt, keinen Platz der dichter dran lag. Aber genau das war es!!

Hier vermutete ich die größeren.

Ein Bereich wo kaum jemand angeln kann und die Fische sich komplett zurück ziehen konnten. Ich machte zwei Ruten fertig und nun hieß es raus damit. Wieder einmal mehr verließ ich mich hier auf das Material mit dem ich viel in Totholz fischte. Als Vorfachmaterial verwende ich hierfür das Carp’R’Us – Strip-X in 45 lb und als Haken den Carp’R’Us – ATS Gladiator LS in der Größe 4. Zusätzlich verwendete ich etwa 1,5 Meter Leadcore. Als Köder kamen hier je zwei 24 mm Boilies vom  IB Carptrack CRAWFISH BLACK & WHITE und IB Carptrack ELITE STRAWBERRY zum Einsatz. Eine Rute legten wir direkt in das Seerosenfeld hinein und die andere Rute am Rand der Seerosen, hinzu kamen je noch ein paar Hände voll Boilies in 20mm, die ich zuvor mit dem IB Carptrack Liquid Amino veredelte.  Beim ablegen der Ruten setzten wir vor der Landzunge ein Backlead Blei, um die Schnur um die „Ecke“ führen zu können. Bevor ich das Backlead in die Schnur hängte und zum Grund gleiten ließ, spannte ich das ganze vor. An Land angekommen waren die Spulen fast leer. Heftig! Die Bissanzeiger noch auf die sensibelste Stufe gedreht – so konnte die zweite Nacht kommen.
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Wir genossen noch den Sonnenuntergang und legten uns etwas auf’s Ohr.
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Die ganze Nacht hindurch schwiegen unsere Bissanzeiger, doch In den frühen Morgenstunden – ein „Piep“

Es war die Rute mit dem CRAWFISH, die mitten in dem Seerosenfeld lag. Wir sprangen sofort auf, rannten zur Rute und noch ehe ich da war -Vollrun- bevor wieder  Ruhe war. Anne machte das Boot klar und ich nahm die Rute auf. Ohne auch nur irgendwie Druck aufzubauen hieß es nun so schnell wie möglich zu dem Spot rudern. Dort angekommen legte ich die Rute zur Seite, die Schnur in die Hand und so arbeiteten wir uns Stück für Stück durch das Seerosenfeld. Vorsichtig lösten wir die Schnur aus den Blättern, immer weiter und weiter. Plötzlich ein leichter Zug -ich war am Leadcore angekommen-  nun war es nicht mehr weit bis zum Fisch. Die Schnur ging nun gerade nach unten. Ich nahm das erste Mal Kontakt zu dem Fisch auf und rechnete mit einer wilden Flucht. Zu Anne sagte ich noch, sie soll den Bügel der Rolle öffnen, da ging es schon los und der Fisch riss mir mit einer heftigen Flucht  die Schnur durch die Hände. Aber, an los lassen war für mich nicht zu denken!!!! Ein wahnsinns Drill über die Hand, in mitten des Seerosenfeldes, konnte beginnen. Immer wieder pflügte der Fisch nur so durch die Seerosen und ich befreite immer wieder aufs neue die Schnur.  Plötzlich war es soweit, schon einmal hatte ich so etwas erlebt und nun war es wieder soweit. Der Endkampf direkt neben dem Boot konnte beginnen. Das Wasser explodierte regelrecht. Am Ende glitt er in mein Keschernetz. „YEEEEES!“ Meine Knie zitterten und ich war am Ende meiner Kräfte. Was für ein Drill. Fisch und ich waren ausgedrillt.

An Land sah ich dann die ganze Schönheit des Fisches.
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Was für ein Paddel…
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Der Plan ging auf und wir hatten einen der größeren überlisten können. Nachdem der Fisch versorgt war,  machten uns gleich daran die Rute wieder raus zu schaffen, wir wollten noch eine Nacht ran hängen. Am Tag hatten wir dann einigen Besuch an unserem Platz. Ein Schwan wahrscheinlich etwas von den leckeren Boilies abhaben wollte…
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…und eine kleine Eidechse, die das Stativ der Kamera auf und ab kletterte. Nach kurzem Foto Shooting verschwand diese wieder.
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Auf den anderen Spots entwickelte sich so langsam eine wahre „Satzer-Schlacht“. Selbst die zwei 24 mm Boilies blieben hier nicht lange liegen. Diese wurden so lange bearbeitet, bis diese passten. Fotos gibt es da nicht von jedem, aber einen Knutscher bekamen auch die kleinsten.
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Gegen Abend wollten wir für unsere letzte Nacht noch einmal alle Ruten neu machen, doch was wir dann erlebten – Wahnsinn. Zwei Ruten hatten wir fertig, nun waren die Ruten bei den Seerosen an der Reihe. Wir ruderten los -alles gut- Backlead hoch geholt, ausgehangen und weiter ging es in die Bucht hinein.

Plötzlich – Stop!

Die Schnur hing fest, mitten im Freiwasser. Da war nichts wo sie hätte hängen können, dachte ich bei mir. Wir hatten zuvor den gesamten Bereich mit dem Echolot abgefahren. Sollte ich doch etwas übersehen haben? Hatte sich die Schnur doch beim vorspannen unter einen Ast oder einem anderen Hindernis gezogen? Auf dem Echolot erkannten wir in der Tat irgendetwas was an dieser Stelle im Wasser lag. Es war nichts zu machen. Doch einfach kappen kommt für mich nicht in Frage. An der Stelle war es 4m tief. Ich führte die Rute senkrecht ins Wasser hinein und kurbelte dabei Schnur auf, in der Hoffnung die Schnur mittels der Rutenspitze lösen zu können. 4 Meter Wassertiefe, doch die Rute ließ sich nur bis zur Rolle ins Wasser führen, dann gab es einen kleinen Ruck und es ging weiter. Als ich die Rute zurückziehen wollte hing ich plötzlich fest. Oh Je, dachte ich. Was kommt nun? Ich erhöhte den Drück und zog immer stärker an der Rute, da merkte ich wie irgendwas schweres hinter her kam… Was dann zum Vorschein kam -nun ja- eine Reuse. Diese war an beiden Enden am Grund Verankert und wir mussten die Rute irgendwie darunter hindurch führen. Als dies geschafft war und ich die Reuse los lies, schnellte diese zum Boden zurück. Meine Finger brannten vor Schmerz durch das Festhalten der Reuse. Aber egal, wir wollten ja nun endlich die Ruten fertig machen. So machten wir uns weiter in Richtung Seerosen. Doch was war das – plötzlich ein leichtes zupfen in der Rutenspitze. War jetzt etwa noch ein Fisch dran? Tatsächlich, angekommen am Spot sah ich wie die Schnur direkt in das Feld hinein ging. Sofort legte ich wieder die Rute zur Seite, nahm die Schnur in meine noch schmerzenden Hände und der Drill konnte beginnen.  Der zweite Fisch an den Seerosen und nach kurzer Zeit glitt auch dieser in das Netz. Wahnsinn!! Was für ein Erlebnis.
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Noch ein Abschiedsknutscher 🙂
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Und auch bei diesem Fisch hatte sich das Material von Imperial Fishing bewährt, der Fisch war sauber gehakt und er wurde ohne Verletzungen gelandet. Für mich das wichtigste überhaupt!!! Nachdem der Fisch versorgt war, machten wir alles fertig für unsere letzte Nacht. Auch dies Mal waren es die frühen Morgenstunden wo sich der Bissanzeiger meldete. Der IB Carptrack CRAWFISH BLACK & WHITE zeigte ein letztes Mal in der Session was er kann und verschaffte uns zum Abschluss noch einen weiteren Fisch auf der Habenseite.
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Abschließend kann ich sagen, eine Session mit neuen Erfahrungen, krassen Drill’s und vielen Eindrücken. Viele schöne und auch große Fische konnte ich dieses Jahr bereits überlisten. Doch der eine, der bleibt mir lange in Erinnerung. Nicht der Größte, aber für mich unter diesen Umständen ein ganz besonderer! Auch bei dieser Session bekam natürlich jeder Fisch einen Knutscher, bevor es zurück ins Wasser ging.
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Allen am Wasser Tight Lines
Liebe Grüße,
Eure Maike und Anne

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